Monte Piano
Die militärstrasse Monte Piano – Monte Pulgo
Mehr als alle anderen Bauten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges haben die Militärstraßen dazu beigetragen, die Landschaft und das Leben der Menschen im Voralpenland der Gegend von Vicenza zu verändern – sie schufen bequeme Verbindungen zwischen den Tälern und den Ortschaften in den Bergen.
Das Straßennetz und die Militärpfade, die für die Versorgung der Ortogonale 1 angelegt wurden, sind eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Wirtschaft und Tourismus in den Bergen.
Die Straßen, die die Ortogonale 1 schnitten, etwa die für den Wagenverkehr angelegte Verbindung zwischen Malo, dem Monte Piano, dem Monte Pulgo und Cereda, sollten für den Fall des Nachgebens der östlichen Front einen geordneten Rückzug des Heeres auf die Lessinia und die Verteidigungslinie Mincio – Po ermöglichen. Die kleineren Querstraßen dagegen hatten logistische Funktionen.
Die militärstrassen
Die gesamte Infrastruktur wurde von den militärischen Baubehörden geplant. Für die Bauarbeiten wurden Kompanien aus Mineuren und Schanzgräbern, die Arbeitseinheiten der Territorialmiliz (ältere Jahrgänge der Reserve) sowie zivile Arbeiter, Frauen, Jugendliche und nicht zum Militär eingezogene Männer eingesetzt. Die Militärstraßen wurden in die folgenden Kategorien unterteilt:
Straßen für den Lastverkehr
Diese Straßen waren für Lastkraftwagen ausgelegt. Der Belag war schwer belastbar, die Breite betrug mindestens 3 Meter, das Gefälle nicht mehr als 10 %.
Straßen für den Wagenverkehr
Diese Straßen waren für Kraftfahrzeuge und andere Wagen ausgelegt, hatten eine künstliche Tragschicht, die Breite lag zwischen 2,50 und 3 Meter und die Steigung nicht mehr als 10 %; der Kurvenradius musste mindestens 6 Meter betragen.
Maultierpfade
Diese Wege waren für Trosswagen gedacht, wurden oft aber auch für den Transport von leichter Artillerie hergerichtet. Die Breite lag zwischen 80 cm und 1,60 m, das Gefälle betrug normalerweise bis zu 12 %.
Das gesamte System der Militärstraßen wies technische Eigenschaften auf, an denen man sie – wie etwa an der Straße zwischen Monte Piano – Monte Pulgo – noch heute erkennt:
- Gleichbleibende Breite und konstantes Gefälle
- Trockenmauern und trocken gemauerte Schächte, gepflasterte Gräben an den Seiten
- Randsteine aus Quadern zum Abstützen der Bettung
- Radabweiser aus roh behauenem Stein
- Unterstände im Fels entlang des Weges mit Resten von Bohrlöchern für die Sprengladungen – Gedeckte Streckenabschnitte gegen Einsicht und
- Beschuss durch den Feind
- Sprenglöcher und Einlagerung von Sprengstoff zur Unterbrechung der Straßenverbindung
