Strade Militari

Die militärstrasse Zovo - Civillina

Mehr als alle anderen Bauwerke des Ersten Weltkrieges haben die Militärstraßen die Landschaft und das Leben der Menschen im Voralpenland der Gegend von Vicenza verändert. Durch sie entstanden komfortable Verbindungen zwischen den einzelnen Tälern und zwischen den Ortschaften in den Bergen – eine wertvolle Grundlage für die Entwicklung von Wirtschaft und alpinem Tourismus nach dem Krieg. Vor 1915 waren die Städte Valdagno und Schio nur durch einen abschüssigen Maultierpfad verbunden, der dann 1917 durch eine 5 m breite Militärstraße ersetzt wurde. In den letzten beiden Kriegsjahren wurden auch Gazza, Campogrosso und das Chiampotal durch Straßen für den Lastverkehr verbunden. Diese Straßen sollten für den Fall des Nachgebens der östlichen Front einen geordneten Rückzug der Armee auf die Linie Mincio – Po ermöglichen. Die kleineren Karrenwege, wie etwa die 1917 gebaute Straße Passo Zovo – Castrazzano – Civillina, hatten logistische Funktionen.

Die militärstrassen

Die gesamte Infrastruktur wurde von den militärischen Baubehörden geplant. Für die Bauarbeiten wurden Kompanien aus Mineuren und Schanzgräbern, die Arbeitseinheiten der Territorialmiliz (ältere Jahrgänge der Reserve) sowie zivile Arbeiter, Frauen, Jugendliche und nicht zum Militär eingezogene Männer eingesetzt. Die Militärstraßen wurden in die folgenden Kategorien unterteilt:

Straßen für den Lastverkehr

Diese Straßen waren für Lastkraftwagen ausgelegt. Der Belag war schwer belastbar, die Breite betrug mindestens 3 Meter, das Gefälle nicht mehr als 10 %.

Straßen für den Wagenverkehr

Diese Straßen waren für Kraftfahrzeuge und andere Wagen ausgelegt, hatten eine künstliche Tragschicht, die Breite lag zwischen 2,50 und 3 Meter und die Steigung nicht mehr als 10 %; der Kurvenradius musste mindestens 6 Meter betragen.

Maultierpfade

Diese Wege waren für Trosswagen gedacht, wurden oft aber auch für den Transport von leichter Artillerie hergerichtet. Die Breite lag zwischen 80 cm und 1,60 m, das Gefälle betrug normalerweise bis zu 12 %.

Das gesamte System der Militärstraßen wies technische Eigenschaften auf, an denen man sie – wie etwa an der Straße zwischen Monte Piano – Monte Pulgo – noch heute erkennt:

  • Gleichbleibende Breite und konstantes Gefälle
  • Trockenmauern und trocken gemauerte Schächte, gepflasterte Gräben an den Seiten
  • Randsteine aus Quadern zum Abstützen der Bettung
  • Radabweiser aus roh behauenem Stein
  • Unterstände im Fels entlang des Weges mit Resten von Bohrlöchern für die Sprengladungen – Gedeckte Streckenabschnitte gegen Einsicht und
  • Beschuss durch den Feind
  • Sprenglöcher und Einlagerung von Sprengstoff zur Unterbrechung der Straßenverbindung