Montecio di Malo
Die linie in der ebene
Das Gebiet von Malo unweit der Grenze zu Österreich-Ungarn war seit Beginn des Ersten Weltkrieges ein wichtiges logistisches Zentrum und der Sitz von Kommandobehörden und Büros der Armee.
Dank der guten Straßenverbindung nach Vicenza und nach Schio und – rechtwinklig dazu – ins Agnotal und in die Ebene von Thiene war dieser Ort ideal für die Unterbringung von Truppen, für Magazine und Munitionslager geeignet.
Die Grundschulen für Jungen wurden zu Kasernen für die Sturmtruppen umfunktioniert. Und natürlich gab es auch Vergnügungsstätten für die Soldaten. Sogar an eine “Sala del Soldato” für die Betreuung von Soldaten, die gerade von der Front zurückgekehrt waren, wurde gedacht.
Ab Juni 1917 waren hier das Militärtribunal des V. Armeekorps und ein Lazarett untergebracht.
Nachdem die Invasionsgefahr in der Ebene von Vicenza mit dem Ende der Strafexpedition im Jahr 1916 gebannt war, begann im Gebiet von Malo ein umfassendes Befestigungsprogramm, das mehrere strategische Verteidigungslinien vorsah, die durch ein dichtes Straßennetz miteinander verbunden werden sollten. Das Kommando der 1. Armee baute eine Verteidigungslinie auf, die von der Querverbindung Monte Civillina – Monte Enna abzweigte, dem rechten Flussufer des Leogra bis Magrè folgte und dann weiter am Fuß der Berge von San Vito di Leguzzano bis Costabissara verlief.
Diese Linie wurde Linea del Piano oder Linea degli Abitati genannt. Sie umfasste die Verteidigungsanlagen von Montecio und Santa Libera und die Felsunterstände am Fuß der Berge in Richtung auf San Tomio. Teil dieser Linie waren auch die mit Stahlbeton befestigten Schützengräben in Calcara.
Erst im Frühling 1917 begannen auf Befehl des Generalstabs des Heeres die Arbeiten an einer strategischen Verteidigungslinie auf dem Bergkamm über den Tälern von Agno und Leogra. Eine zweite, Linea Intermedia genannte Linie wurde gleichzeitig unter Einschluss des Monte Piano auf halber Höhe am Westhang entlanggeführt. Auch der Priabona-Pass wurde mit Artilleriestellungen und Depots im Felsgestein versehen.
Malo war auch Sitz eines Lazaretts. Im Juni 1917 wurde dort zusätzlich das Militärtribunal der 1. Armee eingerichtet.
Ende 1917, nach der Zwölften Isonzoschlacht, war Villa Clementi Sitz der Kommandantur der 23. französischen Division. Die französischen Truppen wurden 1918 durch Einheiten der englischen Streitkräfte ersetzt.
